Wochenhighlight im Oktober
11. Oktober 2009 20:15
Sound of Freedom
Mein Leben auf dem Flugplatz
Das Ende der DDR bedeutete für Helmut Kolditz, einem ehemaligen Oberstleutnant der Nationalen Volksarmee und Pilot des Jagdfliegergeschwaders I, den Bruch seines Lebens. Früher verteidigte er die Volksrepublik, war gut bezahlt, unkündbar und unentbehrlich. Nach der Wende verlor er Rang, Stellung und Gehalt.
Doch Kolditz suchte nach einer neuen Perspektive und wurde Privatunternehmer. Mit seinen Ersparnissen kaufte er eine Antonov II, den weltgrößten noch fliegenden Doppeldecker. Achtzig Kilometer südlich von Berlin pachtete er einen Feldflugplatz, der von den Russen während des Kalten Krieges genutzt worden war.
Die Geschichte seines Lebens, bald zwanzig Jahre nach der Wende, steht stellvertretend für die Geschichte der beiden Deutschlands, mit allen Brüchen und Konflikten. Nach der Wende und dem schmerzhaften Verlust seiner früheren Identität stürzte sich Helmut Kolditz in den Kapitalismus wie in eine Luftschlacht. Der ehemalige Offizier der DDR-Luftverteidigung wurde zum Privatunternehmer, gründete eine Flugschule und ein Charterflug-Unternehmen. Ein mühsames Unterfangen, das aber durch ungeheuren persönlichen Einsatz und die Hilfe seiner früheren Kameraden doch zum Erfolg geführt hat.
Heute fliegen jährlich Hunderte von Privatpiloten aus ganz Deutschland seine knapp drei Kilometer lange Landepiste an.
Diese Dokumentation erzählt nicht nur die persönliche Geschichte von Helmut Kolditz, die von der großen Politik verändert wurde, sondern gibt Einblick in die militärische Strategie der DDR und das Leben, das der privilegierte DDR-Offizier führte: Patriotismus, Stolz, Kameradschaftsgeist und Freude am Fliegen seiner wunderschönen, tödlichen Waffe, der MIG 21
| Regie: | Michael Teutsch, Wolfgang Ettlich |
|---|---|
| Land: | Deutschland |
| Jahr: | 2003 |
| Länge: | 62 min. |