Wochenhighlight im August

03. August 2009 20:15, 4-Teiler zum Jahr der Astronomie 2009

Odyssee ins All
Der Ursprung des Lebens

Insgesamt 169 Krater wurden mittlerweile als das Ergebnis außerweltlicher Durchschlagskraft identifiziert. Einige Forscher vermuten sogar, dass 5000 oder mehr Einschlagstrichter noch auf der Erdoberfläche zu entdecken sind.
In der Vergangenheit sah man in diesem Bombardement aus dem Weltall vor allem eines: die ultimative Katastrophe. Meteoriten verursachten Massensterben und löschten bisweilen 98 Prozent aller auf der Erde lebenden Wesen aus. Als prominentestes Opfer einer solchen Katastrophe gelten die Dinosaurier. Vor 65 Millionen Jahren soll ein einschlagender Himmelskörper ihrer Vorherrschaft ein plötzliches Ende bereitet haben.
Auch während der Blütezeit der Säugetiere kam es immer wieder zu Beeinträchtigungen. An der Chesapeake Bay, 200 Kilometer südlich von Washington, wurde vor kurzem ein ausladender Krater entdeckt. Hier schlug vor 35 Millionen Jahren ein Meteorit ein und hinterließ ein Loch mit einem Durchmesser von rund 85 Kilometern. Neuere Untersuchungen der Ablagerungen in diesem Gebiet zeigen, dass das Geschoss aus dem Weltraum für 10000 Jahre jedes Leben in der Region auslöschte. Brontotherien, riesige Säugetiere, die an heutige Nashörner oder Flusspferde erinnern, bevölkerten vor dem Einschlag die Küstenwälder. In den lichten Fluten des Ozeans zogen Giganten wie der Basilosaurus seine Kreise. Mit einer Gesamtlänge von 20 Metern war dieser Vorfahr der heute lebenden Wale vermutlich das größte Lebewesen seiner Zeit. Nach der Kollision verschwanden diese gewaltigen Säuger endgültig von der Chesepeake Bay.
Trotz immer neuer Entdeckungen, die den todbringenden Einfluss von Meteoriten und Kometen belegen, sehen einige Forscher durchaus Positives im Wirken der Himmelskörper. Professor Richard Muller glaubt zum Beispiel, dass sie gar der Motor der Evolution waren: "Wenn eine Katastrophe stattfindet, ändert sich alles. Eine Art kann wunderbar im Konkurrenzkampf mit einer anderen bestehen, aber wenn sie nicht darauf vorbereitet ist, eine Katastrophe zu überleben, geht sie eben unter. Man hat eine zusätzliche Chance, wenn man flexibel ist, anpassungsfähig. Intelligenz zum Beispiel ist so eine Gabe. Es könnte sein, dass Meteoriteneinschläge die Evolution in Richtung von mehr Intelligenz und mehr Flexibilität gedrängt haben."

Weitere Sendetermine:

Oasen im Universum, Montag, 10. August 2009, 20:15

Expedition zum Mars, Montag, 17. August 2009, 20:15

Marsmenschen, Montag, 24. August 2009, 20:15

Regie: Kenichiro Takiguchi
Land: Deutschland/Japan
Jahr: 2002