Wochenhighlight im Juni
12. Juni 2009 20:15, TV-Premiere
Die letzte Reise der Anne Frank
Sonderprogrammierung zum 80. Geburtstag von Anne Frank
Die Dokumentation schildert das Leben der Anne Frank fernab ihrer Tagebücher und beginnt mit dem Focus auf den Deportationszügen. Es waren Züge, die ein Netzwerk des Leides und Todes im Dritten Reich bildeten - Züge die Millionen Unschuldige in Ghettos, Arbeitscamps und Todeslager brachten und dadurch Familien auslöschten und entwurzelten. Genauso wie Anne Frank, die in einem Viehwaggon ihrem Schicksal entgegenfuhr.
In einem aufwändigen Nachbau solch eines Deportationswaggons kommen Überlebende der Shoah zu Wort. In dieser beklemmenden Atmosphäre schildern sie ihre dramatischen Erfahrungen auf der Fahrt in die sichere Vernichtung - eine Reise ohne die Gewissheit jemals wieder nach Hause zu kommen. Sie beschreiben welche Phasen Anne Frank in den Lagern durchlaufen musste, die tragischen Schritte bis hin zur Massenvernichtung von Menschen - dem Holocaust.
In historischen Rückblenden sowie auch in digitalen Sequenzen wird Anne Frank als Baby in ihrem Elternhaus in Frankfurt gezeigt, später dann als Kind in Amsterdam und in ihrem Versteck - bis zu dem Moment, als ihr Tagebuch plötzlich endet. Begleitend dazu kommen ein namhafter Kinderpsychologe und ein bekannter Pathologe zu Wort, die eindringlich beschreiben, was das junge Mädchen seelisch und körperlich in den letzten Wochen ihres Lebens durchlitten haben muss.
Der Dokumentarfilm erlaubt dem Betrachter auch einen Einblick in die Geschehnisse jenseits des Tagebuchs. Ein bisher weitgehend vernachlässigter Teil in der Biographie dieses jungen jüdischen Mädchens. Anne Frank starb am 6. Januar 1945 an Hunger und Erschöpfung, wenige Wochen vor ihrer Befreiung. »Bis zum Schluss«, so schildert eine Zeugin, »hat sie gemeinsam mit ihrer Schwester Margot alles getan, um den Kindern in Bergen-Belsen zu helfen und ihnen ein wenig Freude zu schenken«.
»Die letzte Reise der Anne Frank« porträtiert ein Schicksal von sechs Millionen Schicksalen - es ist die bewegende Nahaufnahme eines jungen Mädchens inmitten der grausamen und unbarmherzigen Realität des Holocaust.